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Vertrauenssiegel im Vergleich: Was sie prüfen, was sie kosten

Stand · Redaktion geprüft.com · Lesezeit 5 Min.

Kurz gesagt. Ein Vertrauenssiegel ist nur so viel wert wie die Prüfung dahinter. Die meisten Siegel bestätigen entweder eine Mitgliedschaft, einen Vertrag oder die Einhaltung formaler Regeln. Nur wenige prüfen die Sache, um die es Kunden geht: ob die Bewertungen eines Unternehmens belastbar sind. Achten Sie auf drei Dinge: veröffentlichte Kriterien, eine prüfbare Nummer und ein Ablaufdatum.

Ein Siegel auf einer Website ist eine Behauptung: Jemand hat geprüft, und das Ergebnis war gut. Ob diese Behauptung etwas wert ist, hängt an drei Fragen. Wer hat geprüft? Was genau wurde geprüft? Und kann ich das nachvollziehen? Dieser Vergleich beantwortet die drei Fragen für die Siegel, die im deutschsprachigen Raum am häufigsten zu sehen sind, und zeigt, woran Sie ein Siegel erkennen, das mehr ist als ein Bild.

Was ein Vertrauenssiegel leisten kann, und was nicht

Siegel verkürzen Entscheidungen. Wer ein Unternehmen nicht kennt, sucht Anhaltspunkte, und ein bekanntes Zeichen ist ein Anhaltspunkt. Genau darin liegt auch die Schwäche: Das Zeichen wirkt unabhängig davon, was dahinter steht. Studien zum Kaufverhalten zeigen seit Jahren, dass Siegel die Kaufbereitschaft erhöhen, selbst wenn Befragte nicht sagen können, was das Siegel bestätigt.

Deshalb lohnt es sich, die Siegel nach dem zu sortieren, was sie tatsächlich prüfen. Grob gibt es vier Gruppen:

  • Käuferschutz-Siegel sichern den Kaufvorgang ab, meist mit Geld-zurück-Garantie. Geprüft wird der Shop: Impressum, Rückgaberecht, Datenschutz, Zahlungsabwicklung.
  • Bewertungssiegel zeigen, dass ein Unternehmen Bewertungen auf einer bestimmten Plattform sammelt. Geprüft wird in der Regel wenig; das Siegel ist ein Zähler mit Logo.
  • Prüfsiegel von technischen Prüforganisationen bestätigen die Einhaltung von Normen, etwa bei Produktsicherheit oder Datenschutz. Geprüft wird ein Prozess oder ein Produkt, nicht die Kundenzufriedenheit.
  • Siegel für Bewertungsechtheit prüfen den Bewertungsbestand selbst: ob er belastbar ist, wie er entstanden ist, ob Bewertungen verschwinden. Das ist die jüngste und kleinste Gruppe.

Die bekannten Siegel im Vergleich

SiegelWas bestätigt wirdWas nicht geprüft wirdFür wen
Trusted ShopsFormale Shop-Kriterien, Käuferschutz mit Garantie, Bewertungen nach KaufOb Bewertungen belastbar sind, Dienstleistungen außerhalb des ShopsOnlineshops
ProvenExpertSammlung von Bewertungen über eigene Formulare und Fremdplattformen, Siegel nach Anzahl und SchnittEchtheit einzelner Bewertungen, Entwicklung des BestandsDienstleister, Berater
Google UnternehmensprofilExistenz des Unternehmens (Verifizierung per Post oder Video), Bewertungen von Google-NutzernInhaltliche Echtheit; Filter arbeiten automatisch und unsichtbarAlle lokalen Unternehmen
TÜV, DEKRA und ähnlicheNormen, Prozesse, Produktsicherheit, in Einzelfällen Kundenzufriedenheit per BefragungÖffentliche Bewertungen, laufende BeobachtungIndustrie, Handel, Dienstleister mit Zertifizierungsbedarf
geprüft.comBelastbarkeit des Bewertungsbestands: Verteilung, Zugangsmuster, Stetigkeit, Abgänge, mit Konfidenz in Prozent; Register, Impressum, Selbstauskunft als PflichtkriterienQualität der Leistung selbst, das können Kunden besser bewertenUnternehmen, deren Geschäft an Bewertungen hängt

Die Tabelle beschreibt den jeweiligen Kern, nicht jedes Zusatzpaket. Alle genannten Anbieter erweitern ihre Leistungen laufend; maßgeblich ist, was auf der Siegelseite des jeweiligen Anbieters als geprüft ausgewiesen wird.

Vier Merkmale eines prüfbaren Vertrauenssiegels: veröffentlichte Kriterien, eine Prüfung, die scheitern kann, Nummer und Ablaufdatum, offengelegtes Geschäftsmodell 1 Kriterien veröffentlicht Prüfordnung oder Katalog nachlesbar 2 Prüfung kann scheitern Ohne Ergebnis kein Siegel 3 Nummer und Ablaufdatum Prüfseite, Jahreszahl 4 Geschäft offen gelegt Zahlung getrennt vom Ergebnis Vier Merkmale, die ein Prüfsiegel von einem Logo mit Vertrag trennen Fehlt eines der vier, ist das Siegel eine Marketingaussage. Alle vier zusammen machen es prüfbar.
Der Prüfweg in vier Schritten. Ein Siegel, dem eines der vier Merkmale fehlt, bestätigt im Zweifel nur den Vertrag.

Woran Sie ein Siegel erkennen, das etwas aussagt

Vier Merkmale trennen ein Prüfsiegel von einem Logo mit Vertrag. Sie lassen sich in zwei Minuten prüfen.

1. Die Kriterien sind veröffentlicht

Ein Siegel, dessen Prüfkriterien nirgends nachzulesen sind, prüft im Zweifel nichts. Suchen Sie auf der Website des Siegelgebers nach einem Katalog, einer Prüfordnung oder zumindest einer Liste der Kriterien. Fehlt sie, ist das Siegel eine Marketingaussage.

2. Die Prüfung kann man nicht bestehen, ohne zu bestehen

Das klingt banal, ist aber das eigentliche Kriterium. Fragen Sie: Was passiert, wenn die Daten gegen das Unternehmen sprechen? Bei einem echten Prüfsiegel gibt es dann kein Siegel, und im besten Fall bleibt der Bericht mit dem Ergebnis trotzdem einsehbar. Bei einem Siegel, das mit Vertragsabschluss erscheint, ist die Antwort: nichts.

3. Das Siegel hat eine Nummer und ein Ablaufdatum

Eine Seriennummer, die auf eine Prüfseite führt, macht ein Siegel überprüfbar. Ein Ablaufdatum macht es ehrlich: Bewertungsbestände ändern sich, ein Siegel von vor drei Jahren sagt über heute nichts. Siegel ohne Datum sind Bilder, die man einmal kopiert und dann für immer zeigt.

4. Der Siegelgeber legt offen, wie er verdient

Jeder Siegelgeber lebt von den Unternehmen, die er prüft. Das ist kein Makel, solange es offen gesagt wird und Zahlung und Prüfergebnis getrennt sind. Misstrauisch sollte man werden, wenn ein besseres Ergebnis mit einem teureren Paket zusammenfällt.

Was Vertrauenssiegel kosten

Die Preise unterscheiden sich weniger nach Prüfleistung als nach Zielgruppe. Käuferschutz-Pakete für Onlineshops beginnen bei rund 100 Euro im Monat und steigen mit dem Umsatz. Bewertungssiegel für Dienstleister liegen zwischen 20 und 60 Euro im Monat, oft mit einer kostenlosen Grundstufe, die nur einen Teil der Funktionen enthält. Zertifizierungen technischer Prüforganisationen werden nach Aufwand berechnet, meist im vierstelligen Bereich pro Audit.

geprüft.com liegt mit 9 Euro im Monat für die Prüfung und 19 Euro für Prüfung, Siegel und Widget bewusst am unteren Ende. Der Grund ist nicht Bescheidenheit, sondern die Mechanik: Die Beobachtung läuft automatisch, die Prüfung rechnet eine Maschine, ein Mensch gibt nur die Veröffentlichung frei. Eine ausführliche Übersicht steht auf der Preisseite.

Welches Siegel passt zu welchem Unternehmen

Ein Onlineshop mit vielen kleinen Bestellungen profitiert von Käuferschutz, weil er die letzte Hürde vor dem Kauf senkt. Ein Handwerksbetrieb, ein Anwalt, eine Agentur oder ein Restaurant hat diese Hürde nicht; hier fällt die Entscheidung vorher, beim Vergleich der Bewertungen. Für diese Unternehmen zählt, ob ihre Bewertungen glaubwürdig sind, und genau das bestätigt ein Siegel für Bewertungsechtheit.

Wer beides hat, Shop und Dienstleistung, kann beides kombinieren. Wer gar keine Bewertungen hat, braucht zuerst Bewertungen und dann ein Siegel, nicht umgekehrt. Ein Siegel bei zwölf Bewertungen bestätigt wenig, und ein seriöser Siegelgeber sagt das auch.

Rechtliches in Kürze

Siegel sind in der Regel als Marken geschützt. Wer ein Siegel zeigt, ohne dazu berechtigt zu sein, riskiert Abmahnung, Unterlassung und Schadenersatz. Unabhängig vom Markenrecht gilt in der gesamten EU: Wer mit einem Gütezeichen wirbt, ohne die Genehmigung dafür zu haben, oder eine Prüfung behauptet, die nicht stattgefunden hat, handelt unlauter. In Deutschland stehen solche Praktiken auf der schwarzen Liste des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, in Österreich gilt Entsprechendes im UWG. Das betrifft übrigens auch selbst gebastelte Siegel: Ein Zeichen, das wie eine unabhängige Prüfung aussieht, aber vom Unternehmen selbst stammt, ist irreführend.

Für Kunden heißt das: Ein Siegel, das sich mit einem Klick zur Prüfseite des Siegelgebers verfolgen lässt, ist prüfbar. Eines, das nur ein Bild ist, ist genau das.

Häufige Fragen

Welches Vertrauenssiegel ist das beste?

Das hängt davon ab, was bestätigt werden soll. Für Onlineshops ist ein Käuferschutz-Siegel wie Trusted Shops sinnvoll, weil es den Kaufprozess absichert. Für Dienstleister, deren Geschäft an Bewertungen hängt, zählt ein Siegel, das die Bewertungen selbst prüft, mit veröffentlichten Kriterien, prüfbarer Nummer und Ablaufdatum.

Kann man ein Vertrauenssiegel einfach kaufen?

Viele Siegel bekommt man mit Vertragsabschluss und ohne inhaltliche Prüfung. Das ist nicht verboten, aber es sagt dann auch nur: Dieses Unternehmen zahlt für das Siegel. Ein Siegel mit Aussagekraft hat eine Prüfung, die man nicht bestehen kann, wenn die Daten dagegen sprechen.

Sind Vertrauenssiegel rechtlich geschützt?

Die Bildmarke eines Siegels ist meist markenrechtlich geschützt. Wer ein Siegel ohne Berechtigung zeigt, riskiert Abmahnung und Unterlassung. Unabhängig davon gilt: Ein Siegel, das eine Prüfung suggeriert, die nicht stattgefunden hat, kann als irreführende Geschäftspraktik gelten.

Was kostet ein Vertrauenssiegel?

Die Spanne reicht von unter zehn Euro im Monat für ein Bewertungssiegel bis zu mehreren hundert Euro im Monat für Käuferschutz-Pakete großer Shops. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern ob die Prüfung dahinter zu Ihrem Geschäft passt.

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