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Bewertungsdurchschnitt berechnen: Formel, Rechner und wie viele 5 Sterne Sie brauchen
Stand · Redaktion geprüft.com · Lesezeit 5 Min.
Der Bewertungsdurchschnitt ist die eine Zahl, die jeder sieht, und die wenigsten wissen, wie träge sie ist. Dieser Artikel gibt Ihnen die Formel, einen Rechner für die zwei Fragen, die in der Praxis auftauchen (Wo stehe ich? Wie viele Fünf-Sterne-Bewertungen brauche ich für einen bestimmten Wert?), und die Erklärung, warum Google manchmal etwas anderes anzeigt als Ihr Taschenrechner.
Die Formel
Der Durchschnitt ist ein gewichteter Mittelwert: Jede Sternestufe wird mit ihrer Anzahl multipliziert, die Summen werden addiert und durch die Gesamtzahl geteilt.
Schnitt = (5 × n5 + 4 × n4 + 3 × n3 + 2 × n2 + 1 × n1) ÷ (n5 + n4 + n3 + n2 + n1)
Beispiel: 80 Bewertungen mit fünf Sternen, 25 mit vier, 8 mit drei, 3 mit zwei, 4 mit einem Stern. Die Summe der Sterne ist 400 + 100 + 24 + 6 + 4 = 534, die Anzahl 120. Der Schnitt ist 534 ÷ 120 = 4,45. Google zeigt eine Nachkommastelle, also 4,5 oder 4,4, je nachdem, wie gerundet wird; dazu unten mehr.
Rechner
Tragen Sie die Anzahl je Sternestufe ein. Die Verteilung finden Sie im Google Unternehmensprofil unter den Bewertungen (die Balken neben den Sternen) oder Sie zählen sie in der Bewertungsliste, gefiltert nach Sternen.
4,45 genauer Mittelwert aus 120 Bewertungen · angezeigt als 4,5
Für einen Mittelwert von 4,5 fehlen noch 12 Fünf-Sterne-Bewertungen ohne eine einzige schlechtere dazwischen.
Der Rechner rechnet den reinen Mittelwert. Was Google anzeigt, kann davon abweichen; siehe nächster Abschnitt. Es werden keine Daten übertragen, die Rechnung läuft in Ihrem Browser.
Warum Google etwas anderes anzeigt
Drei Gründe erklären fast jede Abweichung zwischen Ihrer Rechnung und der Zahl im Profil.
- Rundung. Google zeigt eine Nachkommastelle. Aus 4,45 wird 4,5 oder 4,4; aus 4,649 wird 4,6. Die Sterne-Grafik rundet noch gröber, oft auf halbe Sterne. Wer von 4,4 auf 4,5 will, braucht nicht 4,50, sondern die Grenze, ab der Google aufrundet, und die liegt knapp unter 4,45.
- Gefilterte Bewertungen. Bewertungen, die Google als Spam einstuft, zählen nicht, auch wenn sie dem Verfasser noch angezeigt werden. Ihre Zählung aus der Liste kann deshalb mehr Bewertungen enthalten als Googles Rechnung.
- Die Rechenweise selbst. Google veröffentlicht nicht im Detail, wie der angezeigte Wert entsteht. Bei kleinen Beständen und unmittelbar nach Änderungen kann der Wert vom einfachen Mittelwert der sichtbaren Bewertungen abweichen. Das ist kein Fehler Ihrer Rechnung, sondern ein Hinweis darauf, dass der reine Durchschnitt nicht die ganze Wahrheit ist.
Wie träge der Durchschnitt ist
Die wichtigste Eigenschaft des Durchschnitts ist seine Trägheit bei großen Beständen. Eine Ein-Stern-Bewertung tut bei zwanzig Bewertungen weh, bei fünfhundert bleibt sie unsichtbar.
| Bestand vorher | Schnitt vorher | Eine 1-Stern-Bewertung kommt dazu | Veränderung |
|---|---|---|---|
| 20 Bewertungen | 4,80 | 4,62 (angezeigt 4,6) | −0,18 |
| 50 Bewertungen | 4,80 | 4,73 (angezeigt 4,7) | −0,07 |
| 100 Bewertungen | 4,80 | 4,76 (angezeigt 4,8) | −0,04 |
| 500 Bewertungen | 4,80 | 4,79 (angezeigt 4,8) | −0,01 |
Das hat zwei Folgen. Für junge Betriebe: Jede einzelne Bewertung zählt, und eine schlechte lässt sich nur durch viele gute ausgleichen. Wer von 4,3 auf 4,5 will, braucht bei 120 Bewertungen genau 48 weitere mit fünf Sternen, ohne eine einzige schlechtere dazwischen; das ist ein Jahr Arbeit, kein Wochenende. Für etablierte Betriebe: Der Schnitt sagt fast nichts mehr über die letzten Monate. Ein Betrieb mit 4,8 aus 500 Bewertungen kann seit einem halben Jahr nachlassen, und die Zahl bewegt sich nicht.
Mehrere Plattformen zusammenrechnen
Wer Bewertungen auf Google, Trustpilot und einer dritten Plattform hat, darf die drei Schnitte nicht einfach mitteln. Ein Schnitt aus 120 Bewertungen wiegt mehr als einer aus 30. Richtig ist die Gewichtung nach Anzahl: Jeder Plattformschnitt wird mit seiner Bewertungsanzahl multipliziert, die Ergebnisse werden addiert und durch die Gesamtzahl geteilt.
Beispiel: Google 4,8 aus 120 Bewertungen, Trustpilot 4,2 aus 30. Ungewichtet ergäbe das 4,5. Gewichtet: (4,8 × 120 + 4,2 × 30) ÷ 150 = (576 + 126) ÷ 150 = 4,68, angezeigt 4,7. So rechnet auch geprüft.com den plattformübergreifenden Wert auf den Profilseiten im Portal, und so steht es dort auch dabei: gewichtet nach Anzahl, mit Nennung der Quellen.
Was der Durchschnitt nicht sagt
Der Schnitt kennt keine Zeit und keine Verteilung. Zwei Betriebe mit 4,5 können völlig verschieden aussehen: Der eine hat eine natürliche Streuung über alle Sterne und einen gleichmäßigen Verlauf über Jahre, der andere hat einen Block aus Fünf-Sterne-Bewertungen aus drei Wochen und daneben eine Handvoll Ein-Sterne-Bewertungen. Der Schnitt ist gleich, die Belastbarkeit nicht. Deshalb rechnet geprüft.com neben dem Durchschnitt die Bewertungskonfidenz: Sie fragt nicht, wie hoch die Zahl ist, sondern wie viel man ihr glauben darf. Wie Sie das selbst prüfen, steht im Artikel Sind Google Bewertungen echt?
Häufige Fragen
Wie berechnet Google den Bewertungsdurchschnitt?
Grundlage ist der Mittelwert der Sternebewertungen, die Google nicht als Spam gefiltert hat, angezeigt mit einer Nachkommastelle. Die genaue Rechenweise veröffentlicht Google nicht; bei kleinen Beständen und direkt nach Änderungen kann der angezeigte Wert vom einfachen Mittelwert der sichtbaren Bewertungen abweichen.
Wie viele 5-Sterne-Bewertungen brauche ich von 4,3 auf 4,5?
Das hängt vom Bestand ab. Bei 120 Bewertungen mit Schnitt 4,3 (Sternesumme 516) sind es 48 Fünf-Sterne-Bewertungen ohne eine einzige schlechtere dazwischen: (4,5 × 120 − 516) ÷ (5 − 4,5) = 48. Bei 30 Bewertungen wären es 12. Der Rechner im Artikel rechnet das für Ihre Verteilung.
Zählt eine Bewertung ohne Text genauso wie eine mit Text?
Für den Durchschnitt ja, jeder Stern zählt gleich. Für die Glaubwürdigkeit nicht: Ein Bestand, der überwiegend aus Fünf-Sterne-Bewertungen ohne Text besteht, ist eines der Muster, die auf gekaufte Bewertungen hindeuten.
Warum ist mein Schnitt gesunken, obwohl keine neue Bewertung dazukam?
Entweder hat Google eine oder mehrere positive Bewertungen entfernt (Filter oder Löschung des Nutzerkontos), oder ein Kunde hat seine Bewertung nachträglich geändert. Beides sehen Sie nur, wenn Sie den Bestand regelmäßig festhalten; genau das tut geprüft.com wöchentlich und wertet Abgänge als eigenes Kriterium.