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Wie viele Google Bewertungen wurden gelöscht? So finden Sie es heraus
Stand · Redaktion geprüft.com · Lesezeit 4 Min.
Woher wir das wissen. geprüft.com ist ein Prüfsystem für Unternehmensbewertungen: Wir beobachten Bewertungsbestände in festem Takt, rechnen nach einem veröffentlichten Katalog, wie belastbar ein Durchschnitt ist, und veröffentlichen jeden Prüfbericht im Portal. Dieser Text kommt aus dieser Praxis.
Ein Unternehmen hatte im Frühjahr 214 Google Bewertungen, im Herbst sind es 186. Niemand hat davon erfahren, denn Google zeigt nur den aktuellen Stand. Wer wissen will, wie viele Bewertungen verschwunden sind, muss selbst gezählt haben, bevor sie weg waren. Das ist die unangenehme Wahrheit hinter einer Frage, die viele stellen, und es ist auch die Antwort darauf, wie man es trotzdem herausfindet.
Was Google anzeigt, und was nicht
Auf einem Unternehmensprofil steht eine Zahl: die Anzahl der Bewertungen zum jetzigen Zeitpunkt. Es gibt keine Anzeige für gelöschte Bewertungen, keinen Verlauf, keine Benachrichtigung. Auch im Google Unternehmensprofil, also in der Verwaltungsansicht, sieht ein Unternehmen nur, was aktuell da ist. Verschwindet eine Bewertung, verschwindet sie lautlos.
Wer eine einzelne Bewertung gemeldet hat, bekommt in der Regel eine Rückmeldung zu diesem einen Fall. Über den Bestand insgesamt sagt das nichts. Auch die Suche nach einem Werkzeug, das die Zahl der gelöschten Bewertungen nachträglich ermittelt, führt ins Leere: Diese Angabe existiert nirgends öffentlich, weder bei Google noch bei einem Anbieter. Was nicht aufgezeichnet wurde, lässt sich nicht rekonstruieren.
Drei Gründe, warum Bewertungen verschwinden
Das Verschwinden allein sagt noch nichts über eine Manipulation. In der Prüfpraxis begegnen uns drei Ursachen, die sich in den Zahlen unterschiedlich zeigen.
Google räumt selbst auf. Die automatischen Filter laufen laufend und entfernen Bewertungen, die gegen die Richtlinien verstoßen: gekaufte Bewertungen, Serien aus demselben Netz, Beiträge von Konten ohne Geschichte. Das trifft positive Bewertungen genauso wie negative. Bei einer solchen Bereinigung sinkt die Anzahl, und der Durchschnitt bewegt sich kaum oder fällt sogar, weil auch gekaufte Fünf-Sterne-Bewertungen wegfallen.
Verfasser löschen selbst. Jede Person kann ihre Bewertung jederzeit zurückziehen. Das passiert einzeln und unregelmäßig, selten mehr als ein oder zwei Fälle über Monate.
Jemand lässt gezielt entfernen. Es gibt einen Markt für das Löschen unliebsamer Bewertungen, von der Meldung über die Anwaltskanzlei bis zu Anbietern, die pauschal versprechen, negative Einträge verschwinden zu lassen. Hier zeigt sich ein anderes Muster: Die Anzahl sinkt, und der Durchschnitt steigt gleichzeitig. Wer nach unten aussortiert, hebt damit den Schnitt.
Die Methode: zwei Zahlen, regelmäßig festgehalten
Man braucht nur zwei Angaben, aber man braucht sie über die Zeit: die Anzahl der Bewertungen und den angezeigten Durchschnitt. Wer sie in festem Takt notiert, wöchentlich reicht, hat nach wenigen Monaten genau die Reihe, die Google nicht anbietet.
Aus dieser Reihe wird der Rückgang sichtbar, und zwar mit einer Grenze, die zur Größe des Bestands passt. Bei 50 Bewertungen ist ein Minus von fünf ein Ereignis, bei 5000 ist es Rauschen. Wir rechnen deshalb mit der Wurzel aus dem Bestand, mindestens aber mit fünf Bewertungen: Erst darüber gilt ein Rückgang als erheblich und wird zum Befund.
Warum der Durchschnitt die eigentliche Auskunft gibt
Google entfernt bei einer Bereinigung querbeet, was gegen die Richtlinien verstößt. Darunter sind auffällig oft gekaufte Fünf-Sterne-Bewertungen, denn die sind maschinell am leichtesten zu erkennen. Der Durchschnitt bleibt danach gleich oder sinkt.
Wird dagegen gezielt gegen negative Bewertungen vorgegangen, verschwinden nur Einträge vom unteren Ende. Rechnerisch lässt sich sogar sagen, welchen Durchschnitt die verschwundenen Bewertungen hatten: Aus Anzahl und Durchschnitt vorher und nachher ergibt sich die Sternesumme, die fehlt. Liegt dieser Wert deutlich unter dem Bestandsdurchschnitt, ist die Sache klar.
Genau diese Rechnung steht hinter dem Kriterium zu den Abgängen in unserem Kriterienkatalog. Sie ist der Grund, warum wir überhaupt wöchentlich messen, statt einmal im Jahr eine Momentaufnahme zu nehmen.
Was Unternehmen jetzt tun können
Wer heute anfängt, hat in drei Monaten eine belastbare Reihe. Notieren Sie Anzahl und Durchschnitt in festem Takt, mit Datum, und bewahren Sie die Werte auf. Ein Tabellenblatt genügt. Wichtig ist nur, dass niemand die Zahlen im Nachhinein anpasst, denn dann ist die Reihe wertlos.
Fällt Ihnen ein Rückgang auf, prüfen Sie zuerst, ob der Durchschnitt mitgegangen ist. Bleibt er stabil oder sinkt er, war es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Bereinigung, und Sie müssen nichts tun. Steigt er, lohnt sich ein genauer Blick, welche Bewertungen fehlen. Für den Fall, dass Sie selbst eine Bewertung entfernen lassen wollen, haben wir die Wege und die Rechtslage in einem eigenen Beitrag beschrieben.
Wer die Aufzeichnung nicht selbst führen will: geprüft.com beobachtet Bewertungsbestände in festem Takt und hält jeden Messpunkt fest. Auf jeder Profilseite steht offen, seit wann gemessen wird, wie viele Messungen es gibt und ob dabei Bewertungen verschwunden sind. Das ist keine Einschätzung, sondern eine Zählung.
Häufige Fragen
Kann man sehen, wie viele Google Bewertungen gelöscht wurden?
Nein, Google zeigt diese Zahl nirgends an, weder öffentlich noch im Unternehmensprofil. Sichtbar ist immer nur der aktuelle Bestand. Wer wissen will, wie viele Bewertungen verschwunden sind, muss die Anzahl vorher selbst festgehalten haben. Nachträglich lässt sie sich nicht ermitteln, auch nicht mit einem Werkzeug.
Warum verschwinden Google Bewertungen einfach?
Drei Ursachen kommen infrage: Googles automatische Filter entfernen Bewertungen, die gegen die Richtlinien verstoßen, das trifft positive wie negative. Verfasser ziehen ihre Bewertung selbst zurück. Oder es wurde gezielt gegen einzelne Bewertungen vorgegangen, per Meldung oder über eine Kanzlei.
Woran erkennt man, dass gezielt negative Bewertungen entfernt wurden?
Am Durchschnitt. Bei einer Bereinigung durch die Plattform sinkt die Anzahl, der Durchschnitt bleibt gleich oder fällt, weil auch gekaufte Fünf-Sterne-Bewertungen wegfallen. Steigt der Durchschnitt, während Bewertungen verschwinden, wurde vom unteren Ende aussortiert.
Ab wann ist ein Rückgang auffällig?
Das hängt von der Größe des Bestands ab. Bei 50 Bewertungen sind fünf verschwundene ein Ereignis, bei 5000 sind sie Rauschen. Wir rechnen mit der Wurzel aus dem Bestand, mindestens jedoch fünf Bewertungen. Erst darüber gilt ein Rückgang als erheblich.