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Google Bewertungen auf der Website einbinden: Wege und Grenzen
Stand · Redaktion geprüft.com · Lesezeit 3 Min.
Woher wir das wissen. geprüft.com ist ein Prüfsystem für Unternehmensbewertungen: Wir beobachten Bewertungsbestände in festem Takt, rechnen nach einem veröffentlichten Katalog, wie belastbar ein Durchschnitt ist, und veröffentlichen jeden Prüfbericht im Portal. Dieser Text kommt aus dieser Praxis.
Bewertungen wirken dort am stärksten, wo die Entscheidung fällt, und das ist meist die eigene Website, nicht das Bewertungsportal. Technisch ist das Einbinden in einer Stunde erledigt. Die Fragen davor sind die schwierigeren: Was darf man überhaupt anzeigen, was passiert mit den Daten der Besucher, und warum bringt eine schöne Sternereihe ohne Nachweis wenig.
Vier Wege, mit unterschiedlichen Folgen
Bewertungstexte manuell übernehmen. Sie kopieren einzelne Bewertungen als Zitat auf Ihre Seite, mit Vorname und Quelle. Das ist zulässig, solange Sie nicht verfälschen, nichts erfinden und den Kontext nicht verdrehen. Der Nachteil liegt auf der Hand: Sie wählen aus, und das weiß jeder Leser. Der Überzeugungswert ist entsprechend gering.
Ein Widget des Portals. Google, Trustpilot und andere bieten Bausteine an, die den aktuellen Stand direkt anzeigen. Der Wert ist aktuell und stammt nachweislich von der Plattform. Achten Sie darauf, was der Baustein an Daten überträgt, dazu unten mehr.
Ein Plugin. Für WordPress gibt es zahlreiche Erweiterungen, die Google-Bewertungen abrufen und anzeigen. Sie sparen Arbeit und handeln sich einen Dienst ein, der Ihre Besucherdaten sieht und den Sie pflegen müssen. Prüfen Sie, ob das Plugin einen eigenen API-Schlüssel verlangt und wo die Daten zwischengespeichert werden.
Ein geprüftes Siegel. Statt der Bewertung selbst zeigen Sie den Nachweis, dass sie einer Prüfung standhält, mit einer Nummer, die jeder nachschlagen kann. Das ist der Weg, den wir anbieten, und weiter unten steht, wann er sich lohnt und wann nicht.
Was Sie rechtlich beachten müssen
Drei Punkte, die in der Praxis regelmäßig übersehen werden.
Kein Rosinenpicken ohne Hinweis. Wer Bewertungen auf der eigenen Seite zeigt, muss angeben, ob und wie sichergestellt wird, dass sie von echten Kunden stammen. Seit der Umsetzung der EU-Omnibus-Richtlinie ist das ausdrücklich geregelt. Wenn Sie nur die besten fünf von hundert zeigen und den Eindruck erwecken, das sei der Gesamteindruck, ist das angreifbar. Ein Satz wie „Auswahl aus 128 Google-Bewertungen, Durchschnitt 4,6“ löst das Problem.
Datenschutz. Bausteine, die beim Laden der Seite Verbindungen zu einem fremden Dienst aufbauen, übertragen die IP-Adresse Ihrer Besucher. Je nach Baustein braucht das eine Einwilligung, muss also hinter dem Cookie-Banner liegen, und gehört in die Datenschutzerklärung. Prüfen Sie das im Zweifel im Netzwerkprotokoll des Browsers: Was wird beim Seitenaufruf tatsächlich geladen?
Namen und Fotos. Ein Bewertungstext mit vollem Namen und Profilbild ist eine Veröffentlichung personenbezogener Daten auf Ihrer Seite, nicht mehr nur auf der Plattform. Kürzen Sie auf Vorname und ersten Buchstaben des Nachnamens.
Sterne in den Suchergebnissen: die häufigste Enttäuschung
Viele binden Bewertungen ein, weil sie sich die goldenen Sterne im Google-Suchergebnis erhoffen. Diese Sterne erscheinen aber nur für bestimmte Inhaltstypen und nur, wenn die Bewertungen zu genau dem Gegenstand der Seite gehören. Für die eigene Bewertung des eigenen Unternehmens auf der eigenen Startseite vergibt Google diese Auszeichnung ausdrücklich nicht, und der Versuch, sie mit strukturierten Daten trotzdem zu erzwingen, kann zu einer manuellen Maßnahme führen.
Wer Sterne im Suchergebnis sehen will, erreicht das über das Unternehmensprofil und die dortigen Bewertungen, nicht über eine Auszeichnung auf der eigenen Seite.
Die Frage, die wichtiger ist als die Technik
Eine eingebundene 4,9 überzeugt heute weniger als vor fünf Jahren, weil jeder weiß, dass sich Bewertungen kaufen lassen. Der Wert allein ist keine Auskunft mehr, sondern eine Behauptung mit Sternen daneben.
Was fehlt, ist der Nachweis: Ist dieser Bestand gewachsen oder gemacht? Streut er? Sind zwischendurch Bewertungen verschwunden? Genau das misst unsere Bewertungskonfidenz, und genau das steht hinter einem geprüften Siegel. Das Siegel-Widget von geprüft.com zeigt deshalb zwei Zahlen nebeneinander, die verdiente Bewertung in Sternen und die Konfidenz in Prozent, und es führt mit einem Klick auf die öffentliche Prüfseite mit der Seriennummer.
Für wen sich das nicht lohnt: Wer zwanzig Bewertungen hat und gerade erst anfängt, braucht kein Siegel, sondern mehr Bewertungen. Wie Sie die einsammeln, steht in einem eigenen Beitrag.
Kurze Checkliste
Nennen Sie immer die Quelle, den Stichtag und die Gesamtzahl. Zeigen Sie nicht nur die Bestnoten. Prüfen Sie, welche Verbindungen der Baustein aufbaut, und binden Sie ihn wenn nötig hinter der Einwilligung ein. Kürzen Sie Namen. Und rechnen Sie nicht mit Sternen im Suchergebnis, wenn es um Ihre eigene Startseite geht.
Häufige Fragen
Darf ich Google Bewertungen auf meiner Website anzeigen?
Ja, mit Hinweisen. Sie müssen angeben, ob und wie sichergestellt wird, dass die Bewertungen von echten Kunden stammen, und Sie dürfen keinen falschen Gesamteindruck erzeugen. Ein Satz wie „Auswahl aus 128 Google-Bewertungen, Durchschnitt 4,6“ löst das. Kürzen Sie außerdem Namen und verzichten Sie auf Profilbilder.
Bekomme ich damit Sterne im Google-Suchergebnis?
Für die Bewertung des eigenen Unternehmens auf der eigenen Startseite nicht. Google vergibt diese Auszeichnung dafür ausdrücklich nicht, und der Versuch, sie mit strukturierten Daten zu erzwingen, kann eine manuelle Maßnahme auslösen. Sterne im Suchergebnis entstehen über das Unternehmensprofil.
Brauche ich für ein Bewertungs-Widget eine Einwilligung?
Wenn der Baustein beim Laden der Seite eine Verbindung zu einem fremden Dienst aufbaut, wird die IP-Adresse des Besuchers übertragen. Je nach Baustein braucht das eine Einwilligung und gehört in die Datenschutzerklärung. Prüfen Sie im Netzwerkprotokoll des Browsers, was beim Seitenaufruf tatsächlich geladen wird.
Was bringt ein Siegel gegenüber der reinen Sterneanzeige?
Der Wert allein ist eine Behauptung, weil sich Bewertungen kaufen lassen. Ein Siegel mit prüfbarer Seriennummer verweist auf eine öffentliche Prüfseite, auf der steht, wie der Bestand zustande gekommen ist. Sinnvoll ist das erst ab einer gewissen Menge an Bewertungen; wer zwanzig hat, sollte zuerst sammeln.